Büro für Faunistische Fachfragen Uwe-Jens Bartling
 

Erste Hilfe bei Fundtieren

Beobachten statt vorschnell mitnehmen – anrufen statt füttern!

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Ruhe bewahren und das Tier zunächst beobachten. Viele Jungtiere sind nicht verlassen und werden weiterhin von ihren Eltern versorgt.


Achten Sie auf Alttiere in der Umgebung. Bitte beobachten Sie das Tier möglichst aus einiger Entfernung für einige Zeit, bevor Sie eingreifen.

❌ Kein Wasser einflößen! Bitte niemals Wasser direkt in den Schnabel bzw. das Maul geben – es besteht akute Erstickungsgefahr. Bei starker Hitze kann jedoch vorsichtig ein einzelner Tropfen Wasser außen an den Schnabelrand gehalten werden, sodass das Tier selbst entscheiden kann, ob es diesen aufnimmt.

❌ Kein Futter geben! Falsches Futter oder eine ungeeignete Fütterung können dem Tier erheblich schaden. Bitte warten Sie nach Möglichkeit auf fachkundige Anweisungen. Eine Ausnahme bilden nur offensichtlich bettelnde Jungvögel: Öffnen diese aktiv den Schnabel und betteln, können vorübergehend einige im Zoofachhandel erhältliche Wachsmaden angeboten werden. Die Wachsmaden sollten zuvor kurz angefeuchtet werden. Bitte niemals Brot, Milch, Körner oder Katzenfutter geben.


Verletzte oder geschwächte Tiere sichern. 
Setzen Sie das Tier möglichst in einen Karton oder eine Transportbox mit Luftlöchern und legen Sie ein Handtuch hinein. Dunkelheit und Ruhe reduzieren den Stress.

🐦 Bei Anflug an Fensterscheiben oder nach einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug: Das Tier bitte in einen dunklen, ruhigen Karton bei Zimmertemperatur setzen und 24 Stunden vollständig in Ruhe lassen – ohne Futter und ohne Wasser. Viele Tiere erholen sich von einer Gehirnerschütterung oder einem Schockzustand. Sollte das Tier nach dieser Zeit noch geschwächt sein, nicht fliegen können oder anderweitig auffällig sein, bringen Sie es bitte zu uns.

⚠️ Hinweis zu Waschbären sowie größeren Wildsäugern
Waschbären nehmen wir grundsätzlich nicht auf. Bitte informieren Sie in diesem Fall die Polizei oder die zuständige Behörde und lassen Sie sich den zuständigen Jagdpächter nennen.

Junge Füchse, Marder und Dachse können in vielen Fällen in einer Wildtierstation aufgezogen werden und sollten bei Bedarf nach vorheriger Rücksprache gebracht werden. Verletzte adulte (ausgewachsene) Füchse, Marder oder Dachse sind aufgrund ihres Verhaltens und des hohen Verletzungsrisikos in der Regel nicht sicher händelbar. In diesen Fällen ist der zuständige Jagdausübungsberechtigte zu informieren, damit das Tier tierschutzgerecht versorgt oder – sofern erforderlich – von seinem Leiden erlöst werden kann.

📞 Rufen Sie uns an! 01745674595
Wir beraten Sie gerne und entscheiden gemeinsam, ob das Tier Hilfe benötigt.

📍 Fundtiere können zu folgenden Annahmestellen gebracht werden:

Wildtierauffangstation Pirna
Schmiedestraße 29
01796 Pirna
oder

Außenstelle:

Landwirtschaftsbetrieb Birkwitz

Graupaer Straße 60
01796 Pirna

Wichtig: Nicht jedes allein aufgefundene Jungtier ist hilfsbedürftig. Im Zweifel bitte immer zuerst Kontakt mit uns aufnehmen

Sie kommen nicht aus der Region Pirna? Dann schauen Sie bitte zunächst in den untenstehenden Übersichten nach einer Auffangstation in Ihrer Nähe. Kurze Transportwege bedeuten für Wildtiere deutlich weniger Stress und erhöhen häufig die Überlebenschancen.


🦔 Eine aktuelle Übersicht der Wildtierauffangstationen und Pflegestellen in Sachsen finden Sie beim Landesjagdverband Sachsen:
Wildtier-Auffangstationen in Sachsen (LJV Sachsen)
🦉 Eine weitere Übersicht mit spezialisierten Auffangstationen für verschiedene Tiergruppen (z. B. Eichhörnchen, Greifvögel, Igel oder Mauersegler) finden Sie hier:
Wildtierauffangstationen und Pflegestellen in Sachsen
🗺️ Bundesweit können Sie außerdem über die Auffangstationskarte des NABU nach einer geeigneten Pflegestelle in Ihrer Nähe suchen:
NABU-Karte der Wildtierauffangstationen
Bitte bringen Sie Fundtiere grundsätzlich nur nach vorheriger telefonischer Rücksprache in eine Auffangstation, da nicht jede Station alle Tierarten aufnehmen kann und die Kapazitäten begrenzt sind.