Büro für Faunistische Fachfragen Uwe-Jens Bartling
 

Pflegestellen für Igel gesucht

Wir suchen nach zuverlässigen und hilfsbereiten Igel Pflegestellen, welche Igel über den Winter begleiten. Die Tiere müssen in einem Stall (Schlafhaus und Fleilaufgehege oder Hasenstall) untergebracht werden im Außenklimabereich.
Für die Winterschlafstelle gibt es 2 Möglichkeiten:

  • z.B. Einen Hasenstall (1,20cmx0,60cm) aus Holz welcher mit einer Trennwand unterteilt ist. Ein drittel dient als Schlafplatz und ist mit Stroh eingestreut. Die größere restliche Fläche dient als Futterplatz und ist mit Zeitung ausgelegt, welche täglich gewechselt werden muss bis der Igel schläft.
  • Ein Freilaufgehege (mindestens 1,80cmx1,00cmx0,60cm). Damit sich die Igel nicht freigraben, sollten Steine außen hingelegt werden. Das Gehege muss ein Dach haben um den Igel vor Feinden zu schützen. Im Gehege sollte ein Schlafhaus (mindestens 30x40), gefüllt mit Stroh, stehen. Auf der regengeschützten Futterstelle wird dem Igel Trocken- und Nassfutter angeboten, bis er schläft.

In beide Varianten bieten sie dem Igel so lange Futter und Wasser an, bis er schläft. Bei jungen Igeln kann dies etwas länger dauern (Tage aber auch Wochen) und auch mehrere Wachphasen sind möglich. Auslauf und Häuschen müssen nach wie vor täglich gereinigt werden.
Will ein Igel aber partout nicht schlafen (und es herschen kalte Außentemperaturen), so entzieht man ihm für 3-4 Tage jegliche Nahrung und stellt nur frisches Wasser bereit. Da Nahrungsmangel zu den Auslösern des Winterschlafs zählt, wird fast jeder gesunde Igel dann in Winterschlaf gehen. Für alle Fälle und als „Notration“ stellt man in das Gehege ein Schälchen mit Katzentrockenfutter, dazu frisches Wasser.
Hat sich der Igel dann offensichtlich zum Winterschlaf zurückgezogen, klebt man mit zwei Stückchen Klebeband ein Blatt Toilettenpapier vor das Schlupfloch. So kann man – ohne ins Schlafhaus zu fassen – auf einen Blick erkennen, ob das Tier wieder aufgewacht ist und nachts sein Häuschen verlassen hat oder ob es weiterschläft.
Wer benruhigt ist, weil er den Winterschläfer schon lange nicht mehr gesehen hat, kann vorsichtig ins Schlafhaus hineinschauen. Ein schlafender Igel ist so zusammengerollt, dass man nur Stacheln sieht. Berührt man ihn, richten sie sich im Zeitlupentempo auf. Bei einem toten Igel sieht man meist Pfötchen und Kopf.
Wenn der Igel aus dem Winterschlaf aufwacht (meist Ende März bis Mitte April) hat er stark an Gewicht verloren (25-30%). Würde er um diese Jahreszeit in der Natur entlassen, so würde er nur wenig Futter finden. Zudem hat er „draußen“ kein Winterschlafnest, in das er sich bei nochmaligen Frosteinbrüchen zurückziehen kann. Er muss also zunächst aufgefüttert werden, bis er soviel wiegt wie vor dem Winterschlaf (mind. 650g). Das dauert etwa zwei bis drei Wochen. Dann geht es zurück in die Freiheit!


Im Frühjahr kann er, nach Absprache mit uns, ausgewildert werden.


Gefüttert werden die Igel mit getreidefreien Katzennassfutter (z.B. Carny) sowie Hühnerherzen und Ei (ungewürzt und gegart). Hier noch einige Infos dazu.


Wir werden in den kommenden Wochen immer wieder Igel haben, welche ihr Winterschlafgewicht von 650g erreicht haben und damit in den wohlverdienten Winterschlaf ausziehen dürfen.


Vorher werden alle Igel von uns medizinisch behandelt, um vor allem die Ekto- und Endoparasiten zu reduzieren (v.a. Flöhe, Lungenwurm, Lungenhaarwurm, Darmsaugwurm und Bandwurm).


Sollten sie die Möglichkeit haben, so eine Winterschlafstelle zu realisieren, freuen wir uns auf eine Email von ihnen.